Ein Lichtermeer aus Funken,
Fließt heiß um mich herum,
Und in die Glut gesunken,
Bleibt meine Kehle stumm.
Die Augen sind geschlossen,
Doch seh' ich Dich schon hier,
Gedanken sind vergossen,
Es tobt ein Schrei in mir.
Ich will gen Himmel brüllen,
Die Wolken sind schon nah.
Den Traum will ich erfüllen,
Ich weiß er wird bald wahr.
2007-08-19
anticipatio
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2007-08-11
tausend schritte / unwirklichkeit
Ort den ich noch nie geseh'n;
Und tausendfach will ich Dich lernen,
Mit Dir durch alle Zeiten geh'n.
Wenn Du meine Gedanken füllst.
Vertrautheit wird so unwirklich,
Wenn Du mich in die Wärme hüllst.
Schritt einsam durch die dunkle Nacht,
Zum Greifen nah das Schicksal bald,
Das plötzlich Dich hat mir gebracht.
Was werden soll aus diesem Traum,
In Zweifeln bin ich oft gefangen,
Entkommen kann ich ihnen kaum.
Was mir durch meinen Kopf schon ging:
Gedanken, die den Schlaf mir rauben,
Wenn ich in Deinen Worten hing.
Wär' Dir der lange Weg zu weit?
Ist alles nur ein kleines Spiel?
Verschwende ich hier meine Zeit?
An dem sich alle Fäden finden.
Wenn dann das Hoffen wird zur Klarheit,
So will ich mich auf ewig binden.
Ich weiß, ich will den Fall riskieren.
Doch weißt Du, ob das für Dich wichtig,
Weißt Du, was Du nicht willst verlieren?
Es braucht nur Mut den Weg zu wählen,
Damit der Anfang ist getan,
Und auf der Herzen Kraft wir zählen.
Danach, was hier mit uns geschieht;
Ich könnt' damit das Glück vergellen,
Dass unser Traum ins Nichts entflieht.
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2007-08-09
farblos?
Wenn Du farblos bist, dann siehst Du nicht,
Das ist doch nur das Glas:
Mein Finger ist der Silberstreif,
Der den Kristall durchbricht,
Am Ende schließt sich doch der Kreis
Auf tränennassem Gras.
Wenn Du farblos bist, dann hör mir zu,
Lass alle Zweifel schweigen:
Vergiss der Menschen buntes Spiel,
Denn all das bist nicht Du,
Und sind wir beide erst am Ziel,
Wird sich die Farbe zeigen.
Wenn Du farblos bist, schau ich hinein,
Und blicke in die Augen:
Dort suche ich den tiefsten Grund,
Darinnen will ich sein,
Und ist auch Deine Seele wund
Werd ich den Schmerz aufsaugen.
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2007-07-27
séance
sag mir, sag mir, sag mir!
sag mir: wie lachen kinder?
sag mir...
So, wie Du lachtest
Bis Du schließlich in den Abgrund fielst.
So, wie Du lebtest
Bevor Deine Zeit zu Ende ging.
So, wie Du träumtest
Bis Du Scherben in den Händen hieltst.
So, wie der Henker
Als Dein Leib leblos am Baume hing.
sag mir, sag mir, sag mir!
sag mir: wie leuchten augen?
sag mir...
So, wie die Sonne
Welche Du schon lange nicht mehr kennst.
So, wie die Sterne
Die mit Kälte Dich nun überziehen.
So, wie das Feuer
Wo Du langsam jeden Tag verbrennst.
So, wie der Schnee
In dem Geister vor den Spuren fliehen.
sag mir, sag mir, sag mir!
sag mir: wie leben menschen?
sag mir...
So, wie die Schatten
Die über Leere niemals siegen.
So, wie im Wahnsinn
Narren nur den Thron beneiden.
So, wie Insekten
Die tollkühn, stumm ins Licht stets fliegen.
So, wie die Engel
Die sich die Flügel selbst abschneiden.
sag mir, sag mir, sag mir!
sag mir: wie fühlt sich haut an?
sag mir...
So, wie das Glas
Das stumm Dir Deinen Namen nennt.
So, wie der Stein
Der Deine Seele sanft umhüllt.
So, wie Papier
Das weich ist, doch Dein Fleisch zertrennt.
So, wie das Wasser
Das kalt den toten Leib umspült.
sag mir, sag mir, sag mir!
sag mir: wie schmecken küsse?
sag mir...
So, wie Kinder lachen.
So, wie Augen leuchten.
So, wie Menschen leben.
So, wie Deine Haut.
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2007-07-20
stille
Das Wasser tropft hinab
Von regennassem Haar,
Verschwindet in der Nacht,
So still und sonderbar.
Und leise, lautlos, sacht
Trägt Dich der Füße Trab.
Im Mondendämmerschein
Beginnt nun eine Reise,
An einen fernen Ort.
D'rum wanderst Du, ganz leise,
Von Deinen Trümmern fort.
Doch spürst Du stets die Kälte,
Die tief in Dich eindringt,
Und Dich zu Boden wirft,
Wenn kein Lied mehr erklingt.
Dann stehst Du langsam auf,
Tausendmal immer wieder,
Der Weg muss weitergeh'n.
Im Taumel sagst Du dann
Das allerletzte Wort.
Denn jetzt ist es still.
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2007-06-30
bergauf ins tal
Die Nacht war plötzlich eingebrochen,
Ein Messer in Dein Herz gestochen,
Die Sonne ward Dir auch verschwunden,
Hast Du doch neue Kraft gefunden.
Der Fluß nun auch vertrocknet ist,
Doch hast die Sonne Du vermisst,
Bis dass Du dann den Mond geseh'n,
Willst nun im Mondlicht ewig geh'n.
Der Wandel, ach so unerklärlich,
Die Nacht, sie ist nun so begehrlich,
Die Tränen sollten Bäche werden,
Doch siehst Du neues Licht auf Erden.
So schaust Du nun gen Himmel auf:
Gar seltsam ist des Lebens Lauf!
Dort wo die Sonne einst gebrannt,
Zeigt Dir der Mond ein neues Land!
Ein neuer Fluß, ein neues Leben,
Der Mond konnte Dir wiedergeben,
Was ehedem die Sonne nahm,
So eilst Du nun den Weg entlang.
Der alte Berg liegt hinter Dir,
Der Mond, er weist den Weg nun hier,
Bergauf auf ins Tal, zu neuen Höh'n,
Du hast das Licht erneut geseh'n!
So folgst Du nun des Pfades Lauf,
Der Blick schweift stets zum Himmel auf,
Wo Sterne Deine Blicke lenken:
Willst an den Mond jetzt nur noch denken.
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2007-06-29
horizonte
Beseelt noch von des Mondes Macht,
Erinnernd, was die Sonn' ausmacht',
Bestärkt von neuer Hoffnung Schein -
Im Schatten willst Du nicht mehr sein.
Mit bloßen Füßen und auch Händen,
Den Berg erstürmen, Schicksal wenden!
Du kämpfst Dich vorwärts, Stück um Stück,
Denn auf dem Gipfel liegt Dein Glück!
Erst schwankt der Schritt, der Weg ist steil,
Du findest Halt nach einer Weil'.
Dann, wie von Geisterhand erhoben,
Stehst Du schon auf der Kuppe oben:
Der Horizont - Du kannst ihn seh'n,
So schön, so klar,
So fern, so nah,
So warm, so kalt -
Erhört Dich bald:
Komm weiter, bleib jetzt bloß nicht steh'n.
Die Nacht steht kalt noch über Dir,
Doch schwindet ihre Macht schon hier,
Als Du erblickst den fernen Schimmer;
Ein kleiner Lichtblitz siegt doch immer!
Am weiten, fernen Horizont,
Da leuchtet auf, so ungewohnt,
Ein schwacher Schein, ein Lichtlein gar,
So glitzernd, strahlend, wunderbar:
Beim Horizont - wo Zeit gerinnt,
So schön, so klar,
So fern, so nah,
So warm, so kalt -
Erhört Dich bald:
Der neue Tag für Dich beginnt.
Ein klitzeblitzend Funkellicht
Blinkt auf und sucht, d'rum wehr' Dich nicht.
Ein leuchtelachend Dämmerschein
Zieht bald in Deine Zukunft ein:
Am Horizont - ein neuer Stern,
So schön, so klar,
So fern, so nah,
So warm, so kalt -
Erhört Dich bald:
Da ist jemand und hat Dich gern.
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2007-06-28
weiße schwingen
Einst glaubte ich mich selbst verloren,
Zum Leid, zum Tode auserkoren,
Durchlitt die Hölle hier auf Erden,
Wollt' nur ein Häuflein Asche werden.
In Leere stürzend, ungehindert,
Da gab es nichts, was den Schmerz lindert.
Wenn Wirbelwind mich manchmal trug,
So war er dennoch nie genug,
Zu bremsen meinen freien Fall
Hinab ins Nichts, so voller Qual.
Ach hätt' ich Flügel, um zu fliegen,
So könnte meine Hoffnung siegen!
Die Hoffnung, dass der Sturz würd' enden,
Ein neuer Stern die Richtung wenden.
D'rum suchte ich den Himmel ab,
Doch für mich es kein Licht dort gab,
Bis dass das Wunder ward geschehen:
Ich durfte einen Engel sehen!
So golden hell, so strahlend schön,
Ein Traum dies Wesen anzuseh'n:
Vor langer Zeit Dich schon erblickt,
Hatte die Furcht damals erstickt,
Was dieses Engels Kraft geweckt;
In Stille hatt' ich mich versteckt.
Doch schau ich in dies Antlitz hier,
Erwacht die alte Kraft in mir,
Zu leben, fliegen, engelsgleich,
Zu finden jenes Himmelreich,
Welches ich einstmal schon gesehen,
Wo ich schon durft' auf Wolken gehen!
Auf weißen Schwingen federleicht,
Voll Anmut, Stärke, unerreicht,
So lang verloren, neu gefunden -
War Dir im Herzen stets verbunden.
So hast Du schnell in jener Nacht
Das Feuer in mir neu entfacht.
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