Freitag, 4. Februar 2011

überraschung!



Tja, Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.

Dienstag, 13. Juli 2010

die zeiten stinken, und die dichter schweigen

Es ist still hier. Das liegt ganz einfach und offensichtlich daran dass ich, genauer gesagt jede Person der Menge 'so einer wie ich', einfach auch nichts gescheites (mehr) zu sagen hat.

Es ist einfach alles gesagt. Die Situation ist klar, alle wichtigen Dinge liegen offen und/oder brach, der Rest sind nur noch Details, und völlig vorhersagbare und daher wahrscheinlich sowieso überflüssige Kommentierung einer ebenso vorhersagbaren gesamt-gesellschaftlich-politischen Entwicklung (aka gegen die Wand, mit Michel als Stoßstange).

Ja, es herrscht Klassenkampf, von oben, und namentlich positionierte Klasse ist am Gewinnen*. Dass diese offensichtliche Tatsache mehr abgedroschene Phrase als alles andere ist, gereicht selbiger noch zusätzlich zum Triumph. Die Dinge ansprechen, wie sie sind - das ist nur etwas für Sozialromantiker, für die unverbesserlich-ewiggestrigen linken Träumer, die in ihrem Gleichheitswahn sowieso nur eine zweite DDR herbeisehnen (was auch sonst).
Nicht, dass so 'liberale' Dinge wie Kopfpauschalen weit mehr Gleichmacherei sind als alles was in den letzten zwanzig Jahren von dort ertönte, wo statt der Gesinnung nur der Daumen rechts sitzt. Um Sachfragen geht es ja eh nicht, allenfalls um Sachzwänge. Bottom-Up-Politik sozusagen, bei der nicht so richtig klar ist, wer oder was das Gesamtkonzept eigentlich bestimmt. Genauer gesagt, manchen ist das sehr wohl klar. Nur sind das dann Verschwörungstheoretiker und/oder linke Spinner, denn das Dogma definiert ja eben nur Sachzwänge, nicht aber menschliche Absicht. Niedertracht wird dann auch gerne mal zur Inkompetenz umgedeutet, was soll's, dann haben wir wenigstens was zum Lachen. Auch wenn das schon das einzige ist.

Ich schweife ab im sogenannten stream-of-consciousness. Eine schöne Metapher übrigens, ganz ohne Ironie oder Zynismus; und das war wieder eine Abschweifung. Also, zwei Absätze zurückspulen, continue. Heute gerade wieder festgestellt, wie sich dieses "Gewinnen" der herrschenden Klasse ganz konkret gestaltet. Unwillkürliche finstere Assoziationen bei völlig harmlosen Beobachtungen - synthetische, eingepflanzte Gedanken, produziert von einer Propagandamaschine, von der die Kommunisten(TM) nur hätten träumen können. Zack, peng, ist der Gedanke da, so abwegig und absurd er auch sein mag. Niemand kann sich der Hirnwäsche gänzlich entziehen.

Zum Glück gelang es mir, jenen Gedanken sofort als das zu entlarven, was er ist: ein eingeimpfter Mechanismus, ähnlich der berühmt-abgedroschenen Schere-im-Kopf. Auch so ein Ding. Wozu selbst zensieren, wenn die signifikante Mehrheit jeden Gedanken, auch wenn nicht zum offenen Ausgesprechen bestimmt, erst einmal züchtig/gehörig/anständig/politisch korrekt (man ergänze diese Aufzählung nach Belieben) zurechtschneidet, und bei Unmöglichkeit dieser Aktion einfach ganz auf dem Müllhaufen des Es-kann-nicht-sein-was-nicht-sein-darf ablegt.
Analog dazu könnte mancher eingepflanzter Assoziationsmechanismus den gemeinen Blockwart sicher noch zu der ein oder anderen Denunziation bewegen. Man beachte den Konjunktiv, denn so etwas wie Denunziationen gibt es ja nur in Diktaturen und Unrechtsstaaten, aber wir leben ja nicht einfach nur im besten aller Zusammenlebensorganisationssysteme, sondern dieses ist auch gänzlich alternativlos(TM). So ganz inklusive Zynismus.


* A propos** Gewinnen: Es gilt gemeinhin ja das Dabeisein-ist-alles. Dumm nur für den, der das nur als nutzlosen Trost in dem einzigen Spiel mit dem einzigen Versuch und dem größten aller Einsätze sich dauernd Einzureden versucht, und dann ob seines offensichtlichen*** Versagens dennoch verzweifelt. Merke: Selbstverantwortung bedeutet zuallererst für das eigene Nachsehen im Leben auch noch Schuldgefühle verspüren zu müssen, parallel dazu Hass auch all jene, die ob ihrer Existenz frei von ebensolchen sind. Und wer das Spiel durchschaut und dabei anmerkt, dass es weder die erste noch die letzte Runde ist, , wird einfach ausgelacht.

** Keine Lust, jetzt nachzuschauen, welcher accent richtig ist.

*** Genauso offensichtlich übrigens wie dass es dank Tigerentenkoalition mehr Netto vom Brutto gibt, die Renten sicher sind und ich heute meinen ganz und gar nicht zynischen Tag habe.

Montag, 26. April 2010

zitat des tages

So schön kann man in einem Satz zusammenfassen, was es über Westerwelle zu sagen gibt:

Zitat:

Westerwelle ist der Titanenwurz“ der Politik – Amorphophallus titanum (Titanen- oder Riesenstinkwurz) ist zwar die größte Blume der Welt, blüht aber nur wenige Tage, erfüllt die Umgebung dabei mit einem durchdringenden Gestank und welkt dann rapide dahin.

(Quelle: Der Spiegelfechter)

Donnerstag, 8. April 2010

das falsche selbstbild der sog. 'mitte'

Überraschung! Ich weiß nicht woher das kommt, aber für die Verhältnisse des Spiegel waren das schon sehr viele gute Artikel in so kurzer Zeit. Hier ist noch einer:

Zitat:

Die deutsche Mittelschicht stellt die meisten Wähler, verliert aber immer mehr politischen Einfluss. Schuld ist das Bürgertum selbst: Es grenzt sich von den Armen ab, wähnt sich an der Seite der Vermögenden - und stärkt damit genau jene, die sich auf seine Kosten bereichern.

(...)

Warum aber schrumpft die Mittelschicht? Oft wird vermutet, der Staat sei schuld, der die Mittelschicht durch Steuern und Sozialabgaben ausplündere. Völlig falsch ist diese Beobachtung nicht. Tatsächlich haben die jüngsten Steuerreformen vor allem die Spitzenverdiener begünstigt, während die Mittelschicht damit allein gelassen wird, die wachsende Zahl der Armen zu finanzieren.

Trotzdem bleibt es seltsam, ausgerechnet die Mittelschicht als Opfer des Staates zu bedauern. Denn die Mittelschicht stellt noch immer die weitaus meisten Wahlberechtigten. Auch die Politik weiß, dass Wahlen nur mit der Mittelschicht zu gewinnen sind, weswegen alle etablierten Parteien auf die "Mitte" zielen. Die FDP etwa warb im vergangenen Bundestagswahlkampf mit dem Slogan "Die Mitte stärken".

Die Mittelschicht kann also nicht nur Opfer, sondern muss auch Täter sein. Wenn sie absteigt, dann nur, weil sie an diesem Abstieg mitwirkt. Sie selbst ist es, die für eine Steuer- und Sozialpolitik stimmt, die ihren Interessen völlig entgegengesetzt ist.

Die Kosten dieses Selbstbetrugs sind enorm. Während die Spitzenverdiener immer weniger belastet werden, verliert die Mittelschicht rapide. Schon jetzt müssen normale Arbeitnehmer bis zu 53 Prozent ihrer Arbeitskosten als Steuern und Sozialabgaben abführen - während umgekehrt Millionäre ihre Einkünfte nur mit durchschnittlich 34 Prozent versteuern.

(...)

Auch Lobbyisten sind nur deshalb erfolgreich, weil sie auf das Selbstbild der Mittelschicht zielen. Sie sprechen deren Träume und Hoffnungen an, bedienen deren Ängste und Vorurteile. Wenn Lobbyisten Privilegien für die Reichen durchbringen wollen, dann müssen sie der Mittelschicht das Gefühl geben, dass diese ebenfalls zur Elite gehört.

(...)

Doch die Mittelschicht nimmt nicht wahr, wie groß der Abstand zu den Vermögenden tatsächlich ist. Der Glaube an den eigenen Aufstieg ist ungebrochen, wie auch der Boom der Privatschulen zeigt. Im Kampf um die eigene Karriere entgeht der Mittelschicht, wie unerreichbar die Eliten sind, die ihren Status nicht etwa durch Leistung erwerben, sondern von Generation zu Generation vererben: Die obersten zehn Prozent besitzen bereits 61 Prozent des gesamten Volksvermögens und kassieren 36 Prozent aller Einkünfte.

(...)

Die Mittelschicht überschätzt ihren Status aber auch, weil sie viel Kraft und Aufmerksamkeit darauf verwendet, sich vehement von der Unterschicht abzugrenzen. Nur zu gern pflegt die Mittelschicht das Vorurteil, dass die Armen Schmarotzer seien. So meinen immerhin 57 Prozent der Bundesbürger, dass sich Langzeitarbeitslose "ein schönes Leben auf Kosten der Gesellschaft machen". Aus dieser Verachtung für die Unterschicht entsteht eine fatale Allianz: Die Mittelschicht wähnt sich an der Seite der Elite, weil sie meint, dass man gemeinsam von perfiden Armen ausgebeutet werde.

(...)

Die Mittelschicht ahnt bereits, dass die Kosten der Finanzkrise an ihr hängen bleiben sollen. Trotzdem wendet sie sich weiterhin gegen die Unterschicht und nicht etwa gegen die Eliten. So sagen fast 65 Prozent aller Menschen, die sich selbst von der Wirtschaftskrise betroffen fühlen: "In Deutschland müssen zu viele schwache Gruppen mitversorgt werden." Wieder gerät völlig aus dem Blick, dass vor allem die Vermögenden davon profitiert haben, dass der Staat mit Milliardensummen Banken und Wirtschaft gerettet hat.

(Quelle: SpiegelOnline)

Mittwoch, 27. Januar 2010

waffenlos

Es ist schon eine Weile her, seit ich das letzte Mal Lyrik geschrieben und hier veröffentlicht habe. Meist geschieht das dann, wenn es etwas gibt das mich beschäftigt und ich auch entsprechend in Wort und Form fassen kann, aber bei vielen aktuellen Dingen bin ich auf lyrischer Ebene inzwischen leider immer häufiger einfach nur sprichwörtlich sprachlos. Diesmal nicht.



waffenlos

wieder brechen die alten kriegswunden auf,
die gleichen narben wie damals,
als auch ich ein soldat war.
und ich erinnere mich erneut, was es heißt
zu kämpfen, zu morden, verwundet zu werden,
zu schreien, zu rennen, zu schießen, zu sterben.

heute noch bist du freund,
morgen vielleicht feind,
denk immer daran,
denk immer daran,
dieser krieg kennt keine sieger,
wer kämpft, hat schon verloren.

es gibt nur noch den sieg oder den tod,
und jeder wähnt sich schon als sieger,
denn nur der sieger ist gerecht,
selbst schuld, wer letztlich untergeht,
und niemals wird es anders sein,
der krieg ist gut, der krieg ist gut -
so lehren uns wieder die propheten.

der zorn ist der speer,
er sticht tief und fest.
der hass ist das schwert,
es schneidet und trennt.
die wut ist der schild,
hinter dem ihr euch versteckt.

manche fronten verschwimmen, andere verhärten.
geteilt und beherrscht, jubelnd und geifernd
marschiert ihr ohne unterlass weiter.
und schaut die generäle,
ihre messerscharfen fingerspitzen
sind stets auf die feinde gerichtet:
bist du es? ist er es? bin ich es?

heute noch bist du freund,
morgen vielleicht feind,
denk immer daran,
denk immer daran,
dieser krieg kennt keine sieger,
wer kämpft, hat schon verloren.

ich habe die kasernen von innen gesehen,
in denen sogar die kinder exerzieren;
ich sah brave männer und frauen vorwärts stürmen,
und dann ihre nachbarn erschlagen;
ich sah das chaos auf dem schlachtfeld,
ward vielfach verwundet, beinahe erschlagen.
wie oft wünschte ich mir ein ende herbei,
bis ich eines tages die wahrheit erkannte:
der kampf wird genau an jenem tage enden,
da wir die waffen fallen lassen
und einfach innehalten.

der zorn ist der speer,
er sticht tief und fest.
der hass ist das schwert,
es schneidet und trennt.
die wut ist der schild,
hinter dem ihr euch versteckt.

und so entschied ich eines tages,
dass ich nicht mehr kämpfen will.
ich legte die waffen nacheinander ab,
zuerst den zorn, dann auch den hass,
zuletzt die wut, den einzigen schutz.

jetzt, da ich waffenlos stehe,
erkenne ich einmal mehr,
dass dieser krieg nur soldaten kennt.
unbewaffnet, ungeschützt,
drischt nun alles auf mich ein.
und ich spüre jetzt viel klarer
wie die stiche, all die schnitte,
ohne schild noch tiefer brennen.

heute noch bist du freund,
morgen vielleicht feind,
denk immer daran,
denk immer daran,
dieser krieg kennt keine sieger,
wer kämpft, hat schon verloren.

doch bereue ich nichts;
die klarheit ist der höchste lohn,
der feigling mordet weiter.
indem ich das kämpfen aufgab,
konnte ich die wahrheit sehen:
dieser krieg kennt keine sieger,
wer kämpft, hat schon verloren.

(Verfasst: 27.01.2010)


Samstag, 31. Oktober 2009

nur ein test

Tagtäglich wächst die Zahl derer, die erkennen, dass nicht nur einfach ein paar Sachen schief laufen, sondern einiges ganz gewaltig zum Himmel stinkt, dass die Dinge, die geschehen, beabsichtigt sind, bewusst herbeigeführt und manchmal auch einfach nur inszeniert.

Dann sucht man natürlich sowohl nach den wahren Urhebern als auch nach deren Gründen. Was viele aber übersehen: Selbst die scheinbar verborgenen Absichten sind bloßer Schein, allenfalls ein nützlicher Nebeneffekt für die Kräfte, die am Werk sind.

Die Wahrheit ist vielschichtig, und jede neue Schicht zu durchdringen bedeutet, noch unglaublichere, ungeheurere Dinge zu entdecken und als real zu akzeptieren. Die meisten Menschen wollen nicht einmal an der Oberfläche kratzen. Und selbst für die, die Graben, ist oftmals auf halbem Wege Schluss. Meistens scheitert die Suche an der eigenen Vorstellungskraft. "Das kann einfach nicht sein, ich kann mir ja einiges vorstellen, aber das nun wirklich nicht."



nur ein test

Als die Türme fielen,
Fand man schnell den Feind.
Doch was keiner wusste:
Wir waren gemeint.

Als dann Bomben fielen,
War die Sache gerecht,
So manches Kind, das musste
Nun raus in das Gefecht.


Und so begann der Krieg,
Und so begann der Krieg,
Und so begann der Krieg
Gegen das fremde Phantom.


Ein paar von uns erkannten,
Es ging doch nur um Geld.
Für Drogen, Öl und Waffen
Zogen sie ins Feld.

Und immer mehr erkannten,
Um Freiheit ging es nie,
Es ging doch nur ums Raffen,
Nicht um Demokratie.


Und so begann der Krieg,
Und so begann der Krieg,
Und so begann der Krieg
Gegen das Wort und die Wahrheit.


Und schließlich ging es abwärts,
Ganz langsam Schritt für Schritt,
Begann mit Raster und Vorrat,
Und manchem Türeintritt.

Die Zeit verlief nun rückwärts,
Vergessenes kehrte zurück,
Was Blindheit, was Hass uns einst antat,
Zerstört heute wieder das Glück.


Und so begann der Krieg,
Und so begann der Krieg,
Und so begann der Krieg
Gegen das eigene Volk.


Und schließlich sinnen wir wieder:
Wem nützt dies, was ist denn der Zweck?
Ist es Geld? Oder doch die Gesetze,
Die da nehmen die Freiheit uns weg?

Doch bald schon heißt es wieder:
Seht den Feind, der uns alle bedroht!
Und dann folgen sie wieder der Hetze,
Und rennen für nichts in den Tod.


Das war noch nicht der Krieg,
Das war noch nicht der Krieg,
Das war noch nicht der Krieg,
Es war alles nur ein Test.

(Verfasst: 31.10.2009)


Ich sage nur soviel: Das "Nine-Eleven" genannten Ereignis war nicht einfach nur inszeniert, nicht einfach nur ein Vorwand für ein paar Machtspielchen und Geschäfte mit Erdöl.

Es war ein Test, ob man einen Krieg gegen einen nichtexistierenden Feind inszenieren kann, ohne dass die Masse der Menschen merkt, dass sie sich nur vor einem Phantom fürchten.

Der Test war erfolgreich. Und die eigentliche Anwendung wird wahrscheinlich gerade vorbereitet.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

bücherverbrennung 2.0

Das sog. "Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden", das immer wieder mit populistischen bis demagogischen Aktionen auffiel, geht jetzt einen Schritt weiter. Analog zur altbekannten Methode der öffentlichen Bücherverbrennung, sollen 'Killerspiele' öffentlich in einen großen Müllcontainer geworfen werden, garniert mit einer Lotterie.

Zitat:

Mit einem Plakat ruft das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden auf: „Familien gegen Killerspiele!“.

Zu der Veranstaltung am Samstag, 17. Oktober 2009 steht auf dem Platz vor der Staatsoper in Stuttgart ein Container bereit. Gesammelt werden Spiele, die das Töten von Menschen simulieren!.

Bei dieser Aktion, die von 10 Uhr bis 19 Uhr stattfindet, ist eine Lostrommel aufgestellt. Direkt nach dem Einwurf können die Personen ein Los ziehen. Hauptgewinn ist ein Trikot der deutschen Fussball-Nationalmannschaft auf dem sich die Unterschriften des aktuellen Kaders befinden. In diesem Trikot haben sich die Kicker erst am vergangenen Wochenende für die WM in Südafrika qualifiziert.

(Quelle: Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden)