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Donnerstag, 21. August 2008

polizei gegen "böse" musik

Zitat:

In Großbritannien macht die Polizei die Musik - zumindest wollte sie bestimmen, wer auf dem Open-Air-Festival "Moonfest" am kommenden Wochenende in Westbury in der englischen Grafschaft spielen darf und wer nicht. Die Babyshambles mit ihrem Frontmann und Sänger Pete Doherty warfen sie kurzerhand aus dem Programm raus mit der Begründung, sie würden das Publikum mit ihren Gigs in eine gefährliche Meute verwandeln.

(...)

Dementsprechend überzeugten am Montag Kirby, ein Anwalt und ein so genannter Musikindustrieexperte im Auftrag der Polizei von Wiltshire den zuständigen Amtsrichter davon, über das Festival ein Veranstaltungsverbot genau für den Abend zu verhängen, an dem die Band als Hauptact auftreten sollte. Es soll sich landesweit um den ersten Fall handeln, bei dem gemäß Paragraph 160 des Licensing Act von 2003, ein Bühnenauftritt gesetzlich untersagt worden ist. Das Gesetz erlaubt dem Gericht Räumlichkeiten zu schließen, wenn dort Chaos und Unordnung zu erwarten sein.

Das Vorgehen der Polizei scheint in bester Tradition der Furcht britischer Autoritäten vor Menschenmengen zu stehen, die sich mittels Musik in rauschhafte Zustände versetzen. Die illegalen Techno-Raves in alten Lagerhäusern oder auf Waldlichtungen hatten während der ersten Hälfte der 90er Jahre eine derartige Verbreitung und Popularität erreicht, dass sich der Staat nur mit Hilfe einer repressiven Gesetzgebung gegen die vermeintlichen Beddrohungen durch eine mit Ecstasy verseuchte, hedonistisch-eskapistische Parallelwelt zu wehren wusste. So verbot der Criminal Justice and Public Order Act von 1994 die ungenehmigte Versammlung von mehr als 10 Personen unter freiem Himmel. Nicht überall freilich tat sich die örtliche Polizei mit der eifrigen Umsetzung dieses Verbots hervor.

(Quelle: taz.de)

Mit derselben Argumentation müssten sofort sämtliche professionellen Fußballspiele verboten werden! Da gibt es auch Hooligans, agressive betrunkene Fans und Randalierer!

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